Feste wie das "Römerfest" gibt es nicht nur in der Augusta Raurica oder in Xanten, sondern auch in Idstein. Denn bis tief in den Taunus  erstreckte sich das Römische Reich.

Römerfest am Limesturm in Idstein-DasbachAuch bei Idstein gibt es genügend Zeugnisse römischer Besiedlung. Sicher ein Grund, mit einem "Römerfest" an diese Zeit zu erinnern.

Zum Ende des 1. Jahrhundert nach Chr. grenzten die Römer ihr Reich gegen Germanien mit einem riesigen Wall ab – dem Limes. Dieser diente auch dazu, die Verkehrswege im Taunus zu schützen. Denn früher verliefen mehrere Handelswege von Mainz (Mogontiacum) oder Wiesbaden (Aquae Mattiacorum) durch den Taunus Richtung Limburg und Giessen.
(Hier finden Sie eine Karte der alten Handelswege)

Dieser Limes war nicht nur ein Schutz- und Verteidigungswall, sondern eine Grenzzone des kulturellen und wirtschaftlichen Austausches zwischen Römern und Germanen. Entlang des Limes entstanden mehr al 900 Türme, die anfangs aus Holz, später jedoch aus Stein gebaut wurden.

Einer dieser Wachtürme stand bei Idstein-Dasbach WP 3/26*. (An der Landstraße Idstein Richtung Niedernhausen). In Idstein wurde der „Freundeskreis Römerturm“ gegründet, der sich um einen originalgetreuen Nachbau vom Limesturm kümmerte. 2002 wurde der „neue“ Limesturm fertig gestellt. Der Turm ist 13 Meter hoch, die Grundfläche beträgt 28 qm. Damals lebten ca. 8 römische Wachsoldaten im Limesturm. Die Annäherung eines Feindes signalisierten sie mit Hilfe von Signalen oder Fackeln über eine Kette von Wachtürmen bis hin zum nächsten Kastell. Von dort wurde dann Hilfe geleistet.

Romerfest am LimesturmSeit dieser Zeit wird jedes Jahr auf dem Gelände vom Limesturm ein „Römerfest“ gefeiert. Das Römerfest in Dasbach lockt wegen seiner Aktivitäten viele Besucher an. Es verwandelt sich der Platz um den Limesturm in ein Feldlager aus römischer Zeit. Mit Marsch- und Kampfübungen in originalgetreuer Kleidung und Bewaffnung demonstrieren die Soldaten das militärische Leben der Römerzeit. Aber auch das zivile Leben wird dargestellt, indem altes Handwerk wie Schmieden, Färben oder Scherenschleifen demonstriert wird. Für die Besucher bietet das Römerfest außerdem die Teilnahme am Bogenschießen und die Besichtigung der römischen Funde an.

Weitere und aktuelle Informationen zum Römerfest und zum Limesturm finden sich:

Fotos vom Römerfest finden Sie in nachfolgenden Galerien:

 

Es ist nicht das einzige Römerfest, das in Idstein-Dasbach gefeiert wird. Es gibt weitere Römerfeste in der Region:

Zum Vergrößern bitte Bild mit der Maus berühren.

*Limesturm WP 3/26 – das sollte man bei einem Römerfest kennen!

Schon im 16. Jahrhundert interessierte man sich für die Limesforschung. 1892 wurde in Berlin die Reichslimeskommission gegründet. Bis 1937 wurden 15 Strecken und 93 Kastellplätze gezählt.  Um unter Wissenschaftlern eine klare und unmissverständliche Sprache zu gewährleisten, hat man die gesamte Limestrecke vom Rhein bis zur Donau in 15 Streckenabschnitte eingeteilt. Kastelle und Wachttürme wurden von West nach Ost in aufsteigender Zahl durchgezählt.

So bedeutet WP 3/26: Der Limesturm (WP=Wachtposten) 26 in der dritten Teilstrecke (Idstein im Taunus).

Der erste Wachtposten ist WP 1/1, und der letzte Wachtposten hat die Nummer WP 15/47. Wurde oder wird ein neuer Platz eines Wachtturms entdeckt, so erhält er die Nummer des vorherigen Turmes mit dem Buchstaben „a“ drangehängt, z.B. WP 4/48a.

  • Erste Teilstrecke = Rheinbrohl – Bad Ems
  • Zweite Teilstrecke = Bad Ems - Adolfseck
  • Dritte Teilstrecke ist = Adolfseck - Taunus
  • Letzte Teilstrecke ist = Kipfenberg – Kastell Eining

 

Römerfest / Volker Elstermann / Idstein im Taunus